Gesunderhaltung der Rassetauben

Zur Gesunderhaltung der Rassetaube wurde zusammen mit Frau Dr. med. vet. Neumann-Aukthun die

Interessengemeinschaft des KCD-Bezirk 5 gegründet.

Kontakt Adresse:

     esserkonzeanja@gmail.com

 

Leitfaden für den Züchter

29.10.2019

Vorbereitende Maßnahmen für:

  • eine erfolgreiche Zucht

  • immunstarke Jungtauben

  • Gesunderhaltung des Bestandes

Feststellung des Gesundheitszustandes meines Bestandes durch den Tierarzt:

4-6 Wochen vor Zuchtbeginn:

-Sammelkotprobe (über 3 Tage zu unterschiedlichen Tageszeiten)

-Kropfabstrich/Rachenabstrich (4 Tauben von 40 Tauben eines Schlages)

Kot wird untersucht auf:

Parasiten

  • Kokzidien
  • Wurmeier
  • Weitere Unterarten, die eine Wichtigkeit haben, sind in der Planung

Bakterien

  • Salmonellen
  • Chlamydien
  • Colibakterien

Bei der Auswertung des Kropfabstriches/Rachenabstriches unter dem Mikroskop wird geachtet auf:

  • Trichomonaden
  • Hefen
  • Herpesviren
  • bewegliche Stäbchenbakterien

Behandlung:

  • alle Tauben eines Schlages werden behandelt
  • Dosierung und Länge der Behandlung einhalten
  • ein Antibiotikum, wird nach bakteriellem Resistenztest ausgewählt
  • bei Doxicyclin und Baytril, Grit vom Schlag entfernen, da es zu einem Wirkungsverlust kommen kann
  • keine Impfungen in die Behandlungszeit legen

Kontrolluntersuchung:                      

  • durch den Tierarzt, um festzustellen, ob die Behandlung erfolgreich war
  • erneute Untersuchung der Sammelkotprobe, falls auffällig und behandelt wurde
  • erneute Auswertung des Kropfabstriches/Rachenabstriches, falls auffällig und behandelt wurde

Maßnahmen nach medikamentöser Behandlung:

  • gute Versorgung der Tauben mit hochwertigem Futter, Vitaminen, Mineralien
  • Aufbau der Darmflora durch probiotische Präparate (Darmbakterien)

Impfung der Alttiere: Paratyphus (Salmonellose) und Paramyxovirose

  • geimpft wird immer zuerst gegen Paratyphus
  • es muss ein zeitlicher Abstand eingehalten werden zwischen den Impfungen (ca. 3-4 Wochen)

Impfung der Jungtauben: Paratyphus (Salmonellose) und Paramyxovirose

Nach dem Absetzen (ca. 5-6 Wochen alt, eigenständiges fressen und trinken wird vorausgesetzt)

  • geimpft wird auch hier zuerst gegen Paratyphus
  • es muss auch hier ein zeitlicher Abstand eingehalten werden zwischen den Impfungen (ca.3-4 Wochen)

Wurmkur des Bestandes:

  • je nach Befund der Sammelkotprobe
  • 3-4 Mal im Jahr
  • nicht in der Mauserzeit (Federschäden)

Zuchtphase:

Wasser

  • Ansäuerung des Trinkwassers über das gesamte Jahr (Ausnahme ist eine Temperatur unter 4 Grad Celsius)

Futter

  • Sortenreich
  • Eiweißreich (pflanzliches und tierisches Eiweiß)
  • zur vollen Verwertung des Futters müssen Magensteinchen angeboten werden
  • Mineralstoffe, Vitamine, Grit (schnell lösliche Mineralien)

Von weiteren gesund erhaltenden Maßnahmen für unserer Bestände, werden wir in unserer fortlaufenden Arbeit immer wieder berichten. Aus der Zusammenarbeit mit den Züchtern und ihren Erfahrungen, seien sie positiv oder auch negativ, lassen sich für uns alle brauchbare Schlüsse ziehen.

Die „Gesunderhaltung der Rassetaube“ sollte allen Züchtern ein großes Anliegen sein, denn nur mit gesunden Tierbeständen lassen sich auf längere Sicht gesehen, die gewünschten Erfolge erzielen.

Eure IG

 

Zeit darüber nachzudenken zum Thema

„Fehlende Nachzucht“  

26.09.2019

In diesem Kapitel zur Gesunderhaltung der Rassetaube widmen wir uns dem Thema „Fehlende Nachzucht“.

Immer wieder klagen Züchter über schlechte Befruchtungsraten, absterbende Embryos im Ei, nicht aus dem Ei kommende Küken und das Sterben wenig Tage alter Küken. Sollte eine oder gleich mehrere Auffälligkeiten in unserer Zuchtphase vorgekommen sein, sollte es jeden Züchter zum Nachdenken anregen.

Deswegen widmen wir uns in unserem Kapitel zur Gesunderhaltung der Rassetaube dem Thema:

                            „Fehlende Nachzucht“

Für die meisten Rassetaubenzüchter beginnt die Zucht mit der Anpaarung meistens im Januar/Februar. Heutzutage sollten die Züchter aber diesen Termin, wenn es die Witterungsbedingungen in den einzelnen Bundesländern zulassen, in den Dezember legen. Dies hat folgenden Hintergrund:

Die ersten Ausstellungstermine, wie z.B. die Jungtierbesprechungen, finden in den einzelnen Bezirken und Vereinen, bereits im September statt. Wir versuchen den Jungtauben, die zum Zeitpunkt der Ausstellung dann mindestens 7 bis 8 Monate alt sein dürften, somit einen besseren Immunstatus zu geben. Dies ist gerade im Hinblick auf die sogenannte „ Jungtaubenkrankheit“ besonders wichtig. Dazu werden wir noch gesondert berichten.

Ganz besonders wichtig ist es, nochmals darauf hinzuweisen, dass gesunde, leistungsfähige, gut bewertete Jungtauben nur entstehen können, wenn die Elterntiere einen gesunden, leistungsfähigen Immunstatus haben. Denn nur gesunde Elterntiere bringen eine gesunde Nachzucht hervor. Eine Überprüfung des Gesundheitszustandes der Zuchttiere, durch eine tierärztliche Untersuchung (Kotuntersuchung/Rachenabstrich) vor der Anpaarung, ist unumgänglich. Wir haben dies schon im ersten Teil unseres Leitfadens erörtert.

Schaut man sich das Thema „Fehlende Nachzucht“ genauer an, stellt man fest, dass in der Problematik Unfruchtbarkeit folgende Probleme vorkommen:

                Beginnen wir mit dem Allgemeinen

Das befruchtete Ei verbleibt noch ungefähr 48 Stunden in der Wärme des Körpers der Täubin bei 42 Grad C. Während dieser Zeit treten die ersten Stadien der embryonalen Entwicklung auf. Ungefähr drei Stunden nach der Befruchtung teilt sich die befruchtete Zelle in zwei Zellen. Es folgen weitere Zellteilungen zu vier, acht, sechzehn usw. Zellen. Diese Teilungen gehen solange weiter, bis viele Zellen zu einem kleinen, weißlichen Punkt gruppiert sind, der auf der Oberfläche des Eigelbs sichtbar wird. An einem befruchteten Ei erkennt man auf dem Eigelb diesen weißen Fleck, den Keimfleck.

Das Eigelb wird durch den Eileiter nach außen transportiert. Dabei wird das Eiklar (oft als Eiweiß bezeichnet), die Eihäute (Membran) und die Schale angelagert. Schließlich wird das Ei gelegt. Danach fällt seine Temperatur auf 27 Grad C. Die Entwicklung wird zunächst unterbrochen. Das Abkühlen bei dieser Temperatur führt nicht zum Tod des Embryos, es tritt lediglich eine Ruhephase ein.

Die Befruchtung ähnelt der beim Menschen. Ein Spermium dringt in die Eizelle ein und verschmilzt mit ihr. Anschließend können keine weiteren Spermien zur Eizelle vordringen. Dabei wird sie mit Eiklar eingehüllt. Die gelbe Dotterkugel wandert mit der befruchteten Eizelle weiter den Legeapparat entlang. Das ist die Flüssigkeit, die wir vom Kochen als Eiweiß kennen. Es wird aus kleinen Drüsen an den Wänden abgeben. Während der Reise dreht sich das Ganze permanent, so dass es in viele Schichten Eiklar eingewickelt wird. Gleichzeitig entstehen vorne und hinten kurze Schnüre, die sogenannten Hagelschnüre. Sie halten die Dotterkugel später an der richtigen Position in der Eischale. Anschließend wird das Gebilde in eine dünne Haut, die Schalenhaut gehüllt. Dann spritzen Drüsen die harte Kalkschale von außen auf. Allein dafür braucht z.B. das Huhn schon 20 Stunden. Das Ergebnis ist ein perfektes Behältnis für den Nachwuchs. Die Schale schützt vor Stößen. Sie garantiert auch den Gasaustausch im Ei, denn die Kalkschale hat hunderte winziger Poren. Die weißliche Eihaut darunter schützt vor Austrocknung. Im Eiklar befinden sich Nährstoffe und Wasserreserven. Der gelbe Dottersack ist Energiespeicher und Infektionsschutz. Die Taube gibt dem Küken die Abwehrstoffe mit, die sie mit dem Kontakt mit Viren, Bakterien und anderen Mikroorganismen erworben hat. Dieser Schutz hält an, bis das Küken zwei bis drei Wochen alt ist.                                                                        

 Das heißt für uns:                                                                                    

  • Nur gesunde Tauben können hochwertigen Eidotter bilden, der in den ersten 24 Stunden des Lebens zur weitreichenden Versorgung hinzugeführt wird.
  • Mindestens 4 Wochen vor der Anpaarung findet die Untersuchung der Zuchttiere statt
  • Taubenküken verdoppeln in den ersten beiden Lebenstagen das Geburtsgewicht
  • Nur gesunde trichomonadenfreie Kropfmilch kann das leisten

 

  1. Tretakt

Wenn das Anpressen der Kloake nicht mehr richtig funktioniert.

Wie kommt es dazu?

Tauben sind nicht gesund, haben eventuell Schmerzen in den Beinen durch:

Gicht, Alter, Arthrose, Infektionen (Salmonellen) und können dadurch nicht mehr richtig treten (Vogel) oder nicht mehr richtig stillsitzen (Täubin), um die richtige Position einzunehmen.

Der aufmerksame Züchter hat seine Tauben im Blick und beobachtet auch den Tretakt. Durch eine Überbelegung der Zuchtpaare im Zuchtschlag, nicht ausreichende Fläche zum Treten, kaum Rückzugsmöglichkeiten der Paare beim Tretakt, sehr dominanter Täuber, der den Tretakt der anderen Paare stört oder Zuchtpaare, die noch nicht fest an ihre Zuchtbox gebunden sind, können eine Nichtbefruchtung nach sich ziehen. Auch hier ist wieder die Aufmerksamkeit des Züchters gefragt, wenn er sich in seinem Schlag befindet.

  1. Verzögerung beim Eier legen

Witterungseinflüsse, wie z.B. plötzlicher Frosteinbruch verhindert oder unterbricht die Eiproduktion.

Eine falsche Ernährung durch eine zu geringe Mineralstoffzufuhr und kein Grit der angeboten wird. Beides ist wichtig für die Eischalbildung. Beim Grit ist unbedingt auf die Zusammensetzung zu achten.

Die Tauben sind bei der Verpaarung zu jung. Tauben werden mit ca. 5-6 Monaten geschlechtsreif. Das heißt aber nicht, dass sie dann auch schon Zuchtreif sind. Sie sollten ausreichend Zeit zur Reifung haben.

Es fehlt ein männlicher Geschlechtspartner. Erst die Paarung löst auf hormonellem Weg das Heranreifen eines Eifollikels/Eidotters aus.

Auch das zu häufige Kontrollieren des Nestes kann zu einer Verzögerung der Eiablage führen.

  1. Aus dem inneren des Körpers heraus                                                                        
  1. Fruchtbarkeitsstörungen bei der Täubin

Einmal bedingt durch den Eierstock, wenn es aufgrund von fehlenden Hormonen und nicht richtig durchgeführtem Tretakt, nicht zum Heranreifen des Eifollikels kommt. Hier kann durch eine Hormontherapie eingegriffen werden, nach Absprache mit dem Tierarzt.

Tipp: Ei unterlegen

Aus einem alten Züchterbuch, durch mündliche Überlieferung:

Zur Stimulierung der Eiablage, wurden früher lebende Fliegen in ein ausgeblasenes Taubenei gegeben und der Täubin untergelegt.

Des Weiteren kann es durch entzündliche Verklebungen am Eileiter zu einem Verschluss von diesem führen und nachfolgend können keine Eier gelegt werden. Eventuell kann eine Legenot entstehen. Diese Probleme können durch keine Therapie beseitigt werden. Je nachdem an welcher Stelle des Eileiters die Probleme (Verklebungen/Entzündungen) auftreten, kommt es zu einem nicht absetzen der Eier, Eier mit verminderter Schalenqualität, inklusive Windei oder Legenot.

  1. b) Fruchtbarkeitsstörungen beim Täuber                                                                                                                                    

Hormonelle, entzündliche Störungen am Hoden, bedingen eine Entstehung von schlechter Spermaqualität, die bis hin zum vollständigen Ausbleiben von Sperma führen kann. Liegt eine entzündliche Entzündung im Samenleiter vor, kann das gebildete Sperma nicht seinen Weg beim Tretakt in den Eileiter der Täubin finden. Es entstehen zwar Eier, die aber dennoch unbefruchtet bleiben.

Es bedarf einer genauen Analyse und einer Umpaarung, um der Ursache von unbefruchteten auf den Grund zu kommen.

  1. Infektionserkrankungen
  1. Parasiten
  2. Bakterien
  3. Viren

  zu a)               Trichomonaden und Würmer

Es kommt zur Immunschwäche und Leistungsminderung, somit sind nachlassende Eizahlen und eine allgemeine Schwächung der Elterntiere die Folge.

zu b)                Clamydien und Salmonellen

Clamydien bedingen z.B. Verklebungen der Ei-und Samenleiter und führen somit zu einer Nichtbefruchtung des Täubers. Eizahlverringerung, als auch ausbleibende Eier können die Folge sein. Was einmal verklebt ist, kann bei Tauben nicht mehr geöffnet werden.

Salmonellen können in der Kloake (Kotkontakt) über die noch offenporige Eischale in den Eidotter einwandern und den ausgebildeten Embryo zum Absterben bringen. Das sind die Eier, die ca. ab dem 4. Tag der Bebrütung langsam schwarz werden.

Hat man in seinem Bestand mit Salmonellen derartige Probleme z.B. geschwollene Füße/Flügelgelenke, Absterbende Eier, bei der letzten Kotuntersuchung einen positiven Salmonellenbefund, dann gehört die Salmonellenimpfung ,in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt, zu einer der wichtigsten Gesunderhaltungsmaßnahen des Bestandes mit dazu .Es ist keine Routineimpfung, sondern eine Einzelplatzentscheidung zwischen Züchter und Tierarzt.

zu c).                  Virusinfektionen im Zusammenhang mit Todesfällen im Jungtierschlag

Herpesviren: Entstehen von zwei ungleich großen Nestjungen ,mit anschließenden Todesfällen.

Reoviren:       Zwei gleichgroße Nestjunge, zur Zeit der Kropfmilchfütterung, versterben fast zum gleichen Zeitpunkt, mit prall gefülltem Kropf.                                                                    

Es bedarf einer genauen, intensiven Zusammenarbeit mit Züchter und Tierarzt und der daraus folgenden tierärztlichen Diagnose, um in der Problemliste „Fehlende Nachzucht“ für den Züchter ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Unsere Ausführungen geben einen ersten Einblick in die komplexe Problematik unseres Themas.

Gesunderhaltung unserer Rassetauben

 Impfen!

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Gesunderhaltung unserer Tauben ist das Impfen. Die Immunprophylaxe ist ein hervorragendes Mittel, Tauben vor Infektionskrankheiten zu schützen. Die Impfung bereitet die Grundlage für Gesundheit und Leistungsbereitschaft unserer Tiere.

Zwei wesentliche Impfungen wären hier erstmal zu nennen:

  1. Impfung gegen Paramyxovirose

  2. Impfung gegen Paratyphus (Salmonellose)

Vom IDT werden für den deutschen Markt zugelassene Impfstoffe zur Prophylaxe angeboten.

Sie garantieren dem Züchter Verträglichkeit, gleichbleibende Qualität und Wirksamkeit für seine Tauben.

Die Impfstoffe bieten einen 9-12 Monate langen Schutz.

Worauf sollte generell geachtet werden?

  • Nur gesunde Tiere dürfen geimpft werden
  • Alle Tiere des Bestandes müssen geimpft werden (sogenannte Ammentiere gehören selbstverständlich mit dazu)
  • Bei dazu gekauften Tieren ist der Impfstatus zu erfragen, bei Unklarheiten sollten die Tiere geimpft werden
  • Die Tiere nicht impfen, wenn sie sich in einer Behandlungsphase mit Medikamenten befinden (Rücksprache mit dem Tierarzt halten)
  • Impftermine nicht in Stressphasen legen, wie z.B. Mauser, Zucht, aufeinanderfolgende Ausstellungstermine
  • Die Immunität der Alttiere, welche über das Ei und die Kropfmilch an die Jungtauben weitergegeben wurde, hält ca. bis zum Absetzen. Die Jungtauben können nach dem Absetzen in Gruppen geimpft werden. Sie sollten eigenständig trinken und fressen können.

Wie wir schon mehrfach in unseren Artikeln erwähnt haben, ist die Impfung gegen Paratyphus eine Einzelplatzentscheidung, die der Züchter in Absprache mit dem Tierarzt trifft. Um überhaupt feststellen zu können, ob mein Bestand mit Salmonellen belastet ist, ist eine Untersuchung des Tierarztes erforderlich.

Eine Kotuntersuchung kann hier Aufschluss geben. Die weitere Vorgehensweise, bei einem positiven Befund, ist mit dem Tierarzt zu besprechen.

Eingestellt am 26.09.2019

 

Virusinfektionen:

Gefahr für unsere Taubenküken

Taubenküken sind nach dem Schlupf zuerst über den Eidotter und das von den Elterntieren weitergegebene Immunsystem geschützt. Wie wir schon in vorherigen Artikeln erwähnt haben, wird der Immunstatus der Elterntiere an die Küken weitergegeben.

Das heißt für uns:

Mit gesunden, leistungsfähigen Zuchttieren in die Zuchtsaison gehen, um den Jungtieren bestmöglichste Voraussetzungen mitzugeben.

Trotzdem ist das junge Taubenleben in Gefahr!

Zwei Viren spielen hier eine Rolle, die durch Trichomonaden übertragen werden können.

  • Herpesviren

  • Reoviren

Trichmonaden sind einzellige Parasiten mit einer Größe von ca. 5 Mikrometer und somit mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie siedeln sich im Kropf der Tauben an, können sich bei Abwehrschwäche aber auch über den Verdauungstrakt verbreiten. Sichtbar werden sie unter dem Mikroskop, wenn der Tierarzt einen Kropf-Rachenabstrich gemacht hat. Hierbei wird das Ausmaß des Befalls sichtbar und die daraus evt. Behandlung abgeleitet.

Achtung !

Eigenständiges Behandeln durch Trichomonadenkuren ist äußerst kontraproduktiv. Es kann zu Resistenzen kommen und die Trichomonaden werden nicht mehr im ausreichenden Maße, bis gar nicht abgetötet. Nach der verordneten Behandlung durch den Tierarzt, muss eine erneute Überprüfung durch einen Kropf-Rachenabstrich erfolgen, um feststellen zu können, ob das Medikament gewirkt hat. Zu behandeln sind grundsätzlich alle Tiere eines Schlages.

Im Speichel der Taube eingehüllt, können Trichomonaden im raumwarmen Trinkwasser, 24-48 Stunden in Ruhestellung überdauern. Das heißt, dass sie bei der Wasseraufnahme von Taube zu Taube weitergegeben werden. Die Trichomonaden übernehmen somit die Rolle eines Frachtschiffes, welches von Tier zu Tier fährt, Herpesviren oder Reoviren mit an Bord hat und diese mit der Kropfmilch oder dem geköpften Futter auf die Küken übertragen kann.  Unterbrechen können wir den Übertragungsweg über das Wasser durch das Ansäuern. Wir haben schon im ersten Teil unseres Leitfadens darauf hingewiesen.

Bei einer Außentemperatur von 4 Grad C oder einem ph -Wert des Trinkwassers von 4,5 sind Trichomonaden nicht mehr lebensfähig. Es obliegt der Verantwortung des Züchters, sich über den ph -Wert des regionalen Trinkwassers zu erkundigen, die Dosierung daran anzupassen, einzuhalten und das angesäuerte Trinkwasser auf den richtigen ph -Wert zu überprüfen, damit es zu keiner Übersäuerung kommen kann. Indikator-Teststreifen sind in jeder Apotheke erhältlich. Der Aquaristik-Fachhandel führt kostenlos Messungen durch. Wir wollen unseren Tauben das Trinken nicht verderben, sondern sie gesund erhalten. Die Unterbrechung der Übertragung von Taube zu Taube ist das Ziel.

  1. Herpesvirus

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Virus. Bei der Taube kann es sich durch röchelnden Schnupfen äußern, der ansteckend ist. Herpesvirusinfektionen bei Tauben sind nicht behandelbar, deswegen sind Infektionen die mit dem Herpesvirus einhergehen, immer eine Behandlung der Probleme, die sich aufgrund des geschwächten Immunsystems mit dazu gesellen. Dies können z.B: Bakterien sein, die im Bestand vorkommen und sich auf das Krankheitsbild aufpropfen. Ob es Herpesviren im eigenen Bestand gibt, ist daran zu erkennen, dass sich an den Kehldeckeln weißliche Punkte befinden. Das sind Verkalkungen der Speichelausführungsgänge. Haben meine Tauben solche weißen Punkte auf den Kehldeckeln, kann ich davon ausgehen, dass sie sich im jugendlichen Alter schon einmal mit Herpesviren angsteckt haben. Sie sind nicht behandelbar. Die Alttiere bleiben ein Leben lang Träger, da die Viren im Körper verbleiben. Vorbeugend kann ich, wie beschrieben, die Übertragungswege über das Trinkwasser verhindern, regelmäßige Kontrollen durchführen lassen und gegebenenfalls Kropfhygiene betreiben.

Folgendes Krankheitsbild ist festzustellen:

Taubenküken wachsen im Taubennest unterschiedlich auf. Es liegen ein kleines und ein normal großes Küken im Nest. Todesfälle können einhergehen.

  1. Reovirus

Auch hierbei handelt es sich um einen Virus, der durch Trichomonaden übertragen werden kann.

Er ist ebenfalls nicht behandelbar. Diese Virusinfektion ist eine Infektion der Taubenküken nach kurzer Krankheitsdauer.

Folgendes Krankheitsbild ist festzustellen:

Beide Taubenküken versterben mit prall gefülltem Kropf im Nest.

Wichtiges Fazit:

Viren sind nicht behandelbar, Antibiotika kann nicht eingesetzt werden. Ein guter Immunstatus, Unterbrechung der Übertragungswege, Überprüfung des Gesundheitszustandes unserer Tauben und die bestmöglichste, wirklich ausreichende Grundversorgung unserer Tiere ist die Prophylaxe, die wir als Züchter in der Hand haben. Eine wünschenswerte, mögliche Prophylaxe wäre eine Impfung. Zurzeit ist in Deutschland kein zugelassener Impfstoff erhältlich.

30.09.2019

 


Das Anliegen dieser Interessengemeinschaft ist es, die Züchter zum Thema Gesundheit zu sensibilisieren und aufzuklären. Wir Züchter tragen die Verantwortung für unsere Tiere. Gesundheit bringt Erfolg!

„Alles Wissen und alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit dem einen Schlusspunkt, sondern mit einem Fragezeichen. Ein Plus an Wissen bedeutet ein Plus an Fragestellung, und jede von ihnen wird immer wieder von neuen Fragestellungen abgelöst.“ Herman Hesse

Wir möchten gern unser Wissen an euch weitergeben und mit eurer Hilfe weiter ausbauen.

Kontakt Adresse:  esserkonzeanja@gmail.com

Interessengemeinschaft des KCD Bezirk 5

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Erste Veröffentlichung der „Interessengemeinschaft zur Gesunderhaltung der Rassetauben“ im Kingclub- Bezirk 5, in Zusammenarbeit mit Herrn P. Klaus vom gleichnamigen Gritsteinwerk, in der Taubenpost

Beim Treffen im Juli 2018 der Kingtaubenzüchter des Bezirks 5 in Unna Königsborn, lud die Interessensgemeinschaft ( IG ) Herrn Peter Klaus vom gleichnamigen Gritsteinwerk ein, um einen Vortrag zur richtigen Mineralstoffversorgung zu halten. Fr. Dr. Neumann-Auktun, die begleitende Tierärztin der IG, tauscht sich schon seit Jahren mit Herrn Peter Klaus aus, um eine optimale Taubenversorgung zu erarbeiten. Herr Peter Klaus war von dem Vorhaben der IG mit dem Grundgedanken, die Gesunderhaltung der Rassetaube anzustreben, sofort überzeugt. Er bot an eine erste Veröffentlichung der IG gemeinsam mit einem Bericht von ihm, in Zusammenarbeit mit Fr. Dr. Neumann -Aukthun , in der Taubenpost zu organisieren. Die Taubenpost wird auf dem Taubenmarkt in Kassel vom 27.10 – 28.10. 2018 ausgegeben.

Die Interessengemeinschaft schätzt sich glücklich einen wirklichen Taubenexperten im Bereich der Grundversorgung mit Körnerfutter und Mineralstoffen für eine Zusammenarbeit gewonnen zu haben.

Bei der Erarbeitung des Leitfadens durch das Taubenjahr, welches die IG als nächstes anstrebt, wird er uns mit seinem Fachwissen eine große Unterstützung sein.

Vorbildliches Streben der Mitglieder des KCD Bezirk 5

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Liebe Zuchtkollegen,

Vom 01.12.2018 bis zum  02.12.2018 findet unsere diesjährige BZS in Ense – Waltringen in der Schützenhalle statt. Im Rahmen der Ausstellung wird die begleitende Tierärztin der Interessengemeinschafft , IG KCD Bezirk 5,

Frau Dr. med. vet. Maren Neumann-Aukthun, einen ausführlichen Vortrag über das Thema : ,,Mit der IG durch das Taubenjahr“ halten. Alle Zuchtkollegen und Interessierte sind herzlichst dazu eingeladen, sich Tips und Anregungen zu holen. Zu dem Vortrag treffen wir uns am Sonntagmorgen, ab 10:30 Uhr, in der Cafeteria der Ausstellungshalle in Ense-Waltringen. Die IG würde sich über rege Teilname und interessierte Züchter freuen.

Zuchtkollegen aus anderen Bezirken sind herzlichst eingeladen. Ab 9:00 Uhr steht euch in der Ausstellungshalle weiterhin Herr Peter Klaus, vom Klaus Gritsteinwerk, zur Verfügung und kann spezifische Fragen zur Mineralstoffversorgung beantworten.

Für euer leibliches Wohl wird bestens gesorgt .

Die IG freut sich euch begrüßen zu dürfen.

Interessengemeinschaft durch das Taubenjahr 

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Sammelkotprobe richtig gemacht

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Sonderthema „Ernährung“

Sonderthema „Ansäuerung des Trinkwassers“

Die Interessengemeinschaft zur Gesunderhaltung der Rassetaube präsentiert sich im Rahmen der Sonderschau des Bezirks 5 vom 01.12-02.12.2018 jetzt auch im eigenen Bezirk

Forum für Gesundheit

Leitfaden durch das Taubenjahr von Andreas Gehrmann für unsere King

Medikamentengabe richtig

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